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Mögen Pitangas wachsen
Literatur aus Angola · Ein zweisprachiges Lesebuch
         Mögen Pitangas wachsen  
Oxalá cresçam pitangas
Literatura de Angola · Um livro bilingue

Mögen Pitangas wachsen
Literatur aus Angola
Ein zweisprachiges Lesebuch
Hrsg. von Ineke Phaf-RHeinberger
ca. 244 Seiten, 15,80 Euro
ISBN 978-3-940691-55-2
poetenladen Verlag, 2014

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Angola literarisch entdecken

Die Pitanga ist eine wohlschmeckende rote Beere, die in den Tropen wächst. Sie mag zugleich auf die Blüte der gegen­wärtigen Literatur Angolas verweisen, die sich mit Kriegs­vergangen­heit und heutigen ökonomischen Aufschwung aus­einander­setzen muss. Es ist ein hierzulande unbekanntes Terrain, das diese Anthologie mit Prosa- und Lyrik­beiträgen eröffnet. Der Band ist zwei­sprachig und wurde von Barbara Mesquita aus dem ango­lanischen Portugiesisch ins Deutsche übertragen.



 
Dr. Ineke Phaf-Rheinberger
 

Ineke Phaf-Rheinberger wurde in Schiedam (Nieder­lande) geboren und studierte unter anderem Latein­ameri­kanis­tik und Afrika­nis­tik. Sie schreibt zur Kul­tur- und Lite­ratur­geschich­te Latein­ameri­kas und Afri­kas und über­setzt. Zeit­weilig mit einer eigenen Stelle am Institut für Asien- und Afrika­wis­sen­schaften der Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin. Zuletzt ver­öffent­lichte sie als Heraus­geberin mit Michael Mann: Beyond the Line – Cultural Narra­tives of the Southern Oceans (Neofelis 2014).

 




Goethe, Zitronen und Pitangas
Aus dem Nachwort von Ineke Phaf-Rheinbeger

1. Die Moderne in Angola

Der Titel dieses Bandes – Mögen Pitangas wachsen – ist einem Gedicht von António Gonçalves ent­nommen, das in diesem Band zu finden ist. Die Pitanga ist eine wohl­schmeckende rote Beere, die in den Tropen wächst. Das Wort »Tropen« steht hier nicht nur für eine Klimazone, sondern auch für eine Metapher, für eine Redewendung, die etwas bildlich zum Ausdruck bringt. Gonçalves' Vers enthält eine Wunsch­vorstel­lung, die an Goethes berühmten Satz »Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn« aus Wilhelm Meisters Lehrjahre erinnert, an das klassische Aufklärungswerk, in dem ein Traumland, ein Wunschziel, eine Utopie herbeigesehnt wird. Eine solche Sehnsucht nach einem herbei­gewünschten Ziel stellt in einem Land wie Angola, in dem fast vierzig Jahre Krieg herrschte, das Zeitgefühl der Moderne dar; sie prägt die Schriftsteller, die heute schreiben und publizieren.
  Es gibt wenige Übersetzungen angolanischer Literatur in deutscher Sprache; manche sind aus den siebzi­ger oder achtziger Jahren des letzten Jahr­hunderts, als das Interesse vor allem politisch geprägt war: Angola wurde am 11. November 1975 unab­hängig. Heute gibt es eine Reihe von inter­national bekannten Autoren, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Sie sind in dieser Antho­logie nicht vertreten, weil es hier vor allem darum geht, einen Blick hinter die Kulissen auf den heutigen lokalen Literaturbetrieb zu werfen, einen Eindruck von Themen und Stilen zu bekommen und diese aus der portu­gie­sischen Sprache heraus in die deutsche Sprache hinein zu holen.
  Das Portugiesisch ist die Verwaltungssprache in Angola, ein Erbe aus der Zeit der portugiesischen Kolonie. Aber es wird immer mehr deutlich, dass das portugiesische Sprachpanorama von den anderen National­sprachen be­einflusst wird wie von Kimbun­du, Umbundu, Tschokwe und Kikongo. Abreu Paxe betont in seinem Streifzug durch 100 Jahre ango­lanische Literatur den Ein­fluss der gesprochenen Traditionen, die sehr stark sind in einem Land, in dem die Alphabe­tisierung sich erst in den letzten Dezennien durchsetzen konnte. Dies wird vor allem dadurch stimuliert, dass viele Angolaner in den Kriegsjahren in die Hauptstadt Luanda migriert sind, wo es Schulen, Univer­sitäten, Kulturangebote, eine vielfältige Presse, Theater, Musik­veran­stal­tungen und Modeshows gibt. Wichtig ist auch die seit über einem Jahr erschei­nende zweiwöchentliche Kulturbeilage Cultura. Jornal Angolano de Artes e Letras der Tageszeitung Jornal de Angola, ein erster Versuch, die Kultur­szene kritisch und systematisch zu begleiten. Hier wurde kürzlich ein Interview von Isaquiel Cori mit der Sprach­wissen­schaftlerin Amélia Mingas – Dekanin der Fakultät für Sprachen an der Universität Agostinho Neto – publiziert (Cultura 2.41.2013). Es ging um Sprachpolitik, und Mingas plädiert für ein Umdenken bezüg­lich der portu­giesischen Sprache in Angola. Sie bezeichnet solche Personen als »falsche Puristen«, die meinen, dass man das Portugiesisch wie in Portugal sprechen sollte, und hebt hervor, dass in ihrem Land Satzstruktur, Lexik, Rhyth­mus und Sprach­gefühl eine eigene Variante entwickelt haben. Dies wurde aber im Schulsystem nie berücksichtigt und sogar als falsch verworfen. Die Angolaner sollten jedoch, so der neue Trend, zu ihrer eigenen Sprachvariante zurückfinden, dazu stehen und den Sprachunterricht neu ausrichten. Dieses multiple Sprachgeflecht sollte Ernst genommen werden. Zur Ver­deutlichung ihres Standpunktes zitiert Mingas den Spruch, den sie benutzt, wenn Schüler, Studenten, Wissen­schaftler, Politiker oder Lehrer dies nicht verstehen wollen: Schon lange habe ich mein Dorf verlassen (Eu já sai do kimbo há muito tempo).

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Nachwort von Inke Phaf-Rheinberger (Auszug)
Mögen Pitangas wachsen




»Die Anthologie, deren Texte alle von Barbara Mesquita aus dem ango­lanischen Portu­giesisch über­setzt wurden, enthält im ersten Teil neun Erzählungen, im zweiten Gedichte, wobei der deutsche und der portu­gie­sische Text nach­einander abgedruckt sind. ... Die Heraus­geberin gibt in einer Einleitung und in einem lesenswerten Nachwort einen guten Einblick in die aktuelle Lage der ango­lanischen Literatur und weiter­führende Infor­mation zu den ausge­wählten Autoren.

Abgerundet wird der Band durch eine Bibliographie, die eine Auswahl der übersetzten Titel ango­lani­scher Autoren ins Deutsche und weiter­führende Litera­turhinweise.«

nova cultura | September 2014





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Amélia DalombaIsabel FerreiraSónia GomesAntónio Gonçalves Zetho Cunha Gonçalves Agostinho Neto Carmo Neto Roderick Nehone Tazuary Nkeita Décio B. Mateus João Melo José Luís Mendonça  Arnaldo Santos





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Gefördert durch das Goethe-Institut Angola und den Schriftstellerverband Angolas (UEA).

 


 
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